Barrierefreier Webtext

Ursprünglich war die Nutzung des Internet kleinen, begabten Personengruppen vorbehalten. Dies hat sich im Laufe der letzten zwanzig Jahre jedoch rasant verändert: Das "Web" hat mittlerweile abseits von Computer-Freaks ein breites Publikum erreicht und fast jede/r nutzt heute das Internet.
Das Web ist zudem für alle Menschen frei zugänglich: unabhängig von Bildung, Muttersprache oder Beeinträchtigung. Die Inhalte Ihrer Website sind von allen aufrufbar und müssen dementsprechend verständlich geschrieben sein.

Damit sind die Standards und Anforderungen an die Verständlichkeit naturgemäß gewachsen.

Barrierefreie Texte:

Barrierefreiheit muss ein stimmiges Gesamtkonzept darstellen, damit es aus vollem Herzen kommt und vor allem: Damit es bei den Betroffenen auch ankommt! Technische Fakten umzusetzen ist die unerlässliche Basis für den Transport des Inhaltes. Das, was die Betroffenen jedoch suchen und lesen, ist der Inhalt – also verständliche TEXTE. Die Technik stellt das Hilfsmittel zur Erfassung des wichtigen Inhaltes dar: Technik und Textierung müssen also Hand in Hand gehen.
Barrierefreiheit wird laut WCAG20 (Web Content Accessibility Guidelines 2.0) nach vier Prinzipien definiert:

- wahrnehmbar
- bedienbar
- verständlich
- robust

Barrierefreie Texte sind dabei integrierender Bestandteil fast aller der genannten vier Prinzipien!

Ad Wahrnehmbarkeit:
Für alle Nicht-Text-Inhalte sowie für zeitbasierte Medien (Videos) müssen beispielsweise Textalternativen zur Verfügung gestellt werden. Weiters sollen die Texte in einer natürlichen Sprache formuliert sein. Die Sprache muss eindeutig gekennzeichnet sein; Ausnahmen in einer anderen Sprache sind ebenfalls mit Auszeichnungen zu kennzeichnen.

Ad Bedienbarkeit:
Hier geht es um die Navigierbarkeit einer Seite: um die Strukturierung der Website und darum, wie man sich auf der Seite orientieren kann. Die Überschriften müssen repräsentativ sein für die Seite und ihre Absätze; sie müssen weiters einer klaren Hierarchie folgen, damit die Inhalte auch stimmig aufgefunden werden.

Ad Verständlichkeit:
Verwenden Sie eine möglichst einfache und klare Sprache, die für alle UserInnen gut verständlich ist. Fremdworte und Fachbegriffe sollten mit Erklärungen oder einem Wörterbuch auf der eigenen Seite verlinkt sein. Abkürzungen sollten ebenso wie ausgefallene Satzzeichen vermieden werden.

Anregungen zur Verständlichkeit:


EINFACHHEIT:
betrifft Satzlänge und geläufige Begriffe. Auf zu viele Fremdwörter sowie auf komplexe Sätze sollte grundsätzlich verzichtet werden. Schreiben Sie in der klarsten und einfachsten Sprache. Wenn Fremdwörter verwendet werden, müssen diese auch erklärt werden.
GLIEDERUNG UND ORDNUNG: Die Verständlichkeit von Texten steigt, wenn sie inhaltlich stimmig aufgebaut sind: Ein roter Faden muss also erkennbar sein. Optische Gliederungen wie Überschriften, Aufzählungen und Formatierungen helfen zu erkennen, was wesentlich ist.
PRÄGNANZ UND KÜRZE: Ein Text darf inhaltlich nicht zu weit ausholen. Formulieren Sie daher klar und prägnant.
ILLUSTRATIONEN ETC.: Beispiele oder Illustrationen können die Verständlichkeit eines Textes deutlich verbessern.


Im Behindertengleichstellungsgesetz ist festgehalten, dass Inhalte allen Menschen - ungeachtet ihrer Einschränkung - zugänglich gemacht werden müssen.

Der barrierefreie Text ist Teil dieser Forderung. Da Texte ohnehin vielfach kompliziert und unübersichtlich gestaltet sind, ist dieser Anspruch für uns alle sinnvoll.

Mehr zum Thema 'Barrierefreiheit im Internet' finden Sie unter webbegleitung.at/barrierefreiheit